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26.01.2005

Jungs trommeln, Mädchen pfeifen

Kinderspielmannszug Woltwiesche sucht noch interessierten Nachwuchs


Die Querpfeifen werden nach Noten gespielt, getrommelt wird nach Gefühl: Spaß am Üben mit den Betreuern Manfred Juds und Hilmar Brandt (hinten Mitte, von links) haben alle jungen Musiker im Kinderspielmannszug in Woltwiesche.   

WOLTWIESCHE. "Also, zweimal rechts, zweimal links, rechts, rechts, links, links – wo ist rechts?" Ja, es ist nicht einfach, schön gleichmäßig im Takt mit zwei Stöcken auf die Übungstrommel zu schlagen. Das stellt Ausbilder Hilmar Brandt an jedem Dienstagabend erneut fest.

Dann üben im Saal des Gerätehauses in Woltwiesche am Festplatz fünf Jungen für den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr. Die zwischen fünf und zwölf Jahre alten Kinder haben schon genug damit zu tun, die 35 Zentimeter langen Trommelstöcke in den Fingern zu halten, zudem muss geschickt gleichmäßig im Takt getrommelt werden.

"So, jetzt wird gewirbelt!", fordert Hilmar Brandt, der auch Vorsitzender des Spielmannszuges ist. Sofort ertönt ohrenbetäubender Lärm: Schnell trommeln, das haben schon alle gelernt. Und Krach machen, macht Spaß. Dringend wird noch ein Jugendlicher gesucht, der bei Platzkonzerten die zwei großen Kesselpauken bedienen soll. Die dekorativen und teuren Musikinstrumente stünden seit Jahren stumm in der Ecke, bedauert Brandt.

"Die Konzentration lässt schnell nach, deshalb hat bei uns die Übungsstunde nur 30 Minuten", erklärt der Übungsleiter. Die ersten Mütter stehen auch schon bereit, ihre kleinen Trommler abzuholen.

Beim Nachwuchs gibt es klare Geschlechtertrennung: Jungen trommeln, Mädchen pfeifen. Nur Alexander hat sich zu den neun Mädchen getraut. Bei den Querflöten gibt Ausbilder Manfred Juds den richtigen Ton vor: "Jetzt das e, und fis, nun g, a, h und das hohe fis."

Diszipliniert und stolz legt der Querpfeifen-Nachwuchs das Instrument an die Lippen. Nur manchmal begleitet viel Luft einen schwachen Ton. "Ich hab keine Puste mehr!" und "Mein Schluckauf stört!" künden von ersten kleinen Erschöpfungszuständen. Deshalb endet auch der Flötenunterricht nach 30 Minuten.

Johannes ist die Ausnahme: Er übt sich an der Lyra, dem großen, verzierten, glänzenden Glockenspiel. "Vor 20 Jahren haben wir mit 30 Kindern eine Jugendabteilung gegründet, viele davon sind heute im Stammzug", erinnern sich Hilmar Brandt und Manfred Juds. Beide sind in zahlreichen Lehrgängen ausgebildete Übungsleiter und möchten erneut einen Jugendspielmannszug formieren. "Dazu brauchen wir noch zehn Kinder, die Spaß an der Musik haben." Sie sollen schon in diesem Jahr bei Umzügen in der Ortschaft und Auftritten des Stammzuges mitmarschieren, "natürlich in Uniform."

Eltern, die sich informieren wollen, können Hilmar Brandt unter (0160)7 36 99 93 erreichen, oder einfach mit ihren Kindern dienstags um 18 Uhr zum Feuerwehrhaus am Festplatz in Woltwiesche kommen.

Mittwoch, 26.01.2005


Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2162/artid/3680113